Menschenwürde achten

Wir müssen reden!

Dass sich am Kölner Neumarkt seit Jahren nicht nur eine lebendige Drogenszene tummelt, sondern auch der Grad der Vermüllung immer unschönere Formen annimmt, ist unübersehbar. Die Forderung nach mehr Kontrollen, mehr Druckräumen und einer höher frequentierten Reinigung des zentralen Platzes ist sicher vonnöten, um Bürger*innen und Kölnbesucher*innen ein sichereres Gefühl zu vermitteln.   

Jetzt aber ist die Bürgerinitiative „Zukunft Neumarkt” übers Ziel hinausgeschossen: Mit einer eigens programmierten Website werden seit kurzem alle aufgefordert, Menschen beim offenen Drogenhandel und -konsum zu fotografieren und Belästigungen, Beleidigungen und Dreckecken zu dokumentieren und auf einer Stadtkarte einzutragen. In kurzer Zeit sind bereits mehr als 100 Fotos auf der Website der Initiative von Menschen am Rande der Gesellschaft würdelos dargestellt und im Netz diffamiert worden.   

Das Kölner Strassennetz  als Zusammenschluss von  sieben freien Trägern der Wohnungslosenhilfe, sowie der Evangelischen und Katholischen Obdachlosenseelsorge,  fordert nun in einem Offenen Brief, dass das auf keinen Fall hinnehmbar ist und die Seite aus dem Netz genommen werden muss.  Das Kölner Strassennetz versteht sich seit vielen Jahren  als Sprachrohr derjenigen, die oft nicht gehört werden und  keine Lobby haben.  Ich bin sehr stolz, ein Teil davon zu sein.